Die Bankenfusion ist geplatzt

Mindelheimer Zeitung, 16.10.2021

Ein Jahr lang haben die Genossenschaftsbank Unterallgäu und die Raiffeisenbank Schwaben Mitte über einen möglichen Zusammenschluss verhandelt. Jetzt wurden die Gespräche beendet.

Gut ein Jahr haben sie sondiert und verhandelt, um am Ende festzustellen: Die Zeit ist noch nicht reif für eine Fusion zwischen der Genossenschaftsbank Unterallgäu eG und der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG. In gutem Einvernehmen seien die Gespräche für beendet erklärt worden, sagte Anton Jall, Vorstandsvorsitzender der Genobank in Mindelheim.

Im Mai 2021 hatten die beiden Genossenschaftsbanken offiziell die Aufnahme von Fusionsgesprächen verkündet. Kurz zuvor war die geplante Fusion der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim mit der Kreissparkasse Augsburg bekannt geworden. Zu dieser Zeit liefen die Verhandlungen bereits zwischen Krumbach und Mindelheim. In den vergangenen Monaten haben sich beide Institute intensiv ausgetauscht und die Chancen und Herausforderungen einer Fusion geprüft, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Im wöchentlichen Turnus haben sich die Vorstandsvorsitzenden Gerhard Graf und Anton Jall und später die beide Gesamtvorstände getroffen. Im Verlauf der Verhandlungen seien allerdings unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung der gemeinsamen Bank aufgetreten. Details, wo es gehakt hat, mochte Jall nicht nennen. Nach gründlicher Analyse und Prüfung sowie reiflicher Überlegung seien Vorstand und Aufsichtsrat beider Banken zu dem Entschluss gekommen, die Fusionsgespräche nicht fortzusetzen. In den vergangenen Tagen hat die Genobank auf drei Treffen in Mindelheim, Ottobeuren und Bad Wörishofen die Vertreterversammlung informiert. Nur vereinzelt hätten diese bedauert, dass es nicht zum Zusammenschluss kommt, sagte Jall.

Die Raiffeisenbank Schwaben Mitte hat erst 2017 fusioniert. Iller- Roth-Günz und Krumbach hatten sich zusammengeschlossen. Helmut Graf, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eG, ist überzeugt, dass die Aufnahme der Gespräche richtig und wichtig war, auch wenn das Ergebnis nun anders verlaufen ist als ursprünglich gehofft. Die Initiative war von ihm ausgegangen. „Das Beste beider Häuser für eine starke und erfolgreiche aktive Gestaltung der Zukunft nutzen, stand für mich bei der geplanten Fusion im Fokus. Bedauerlicherweise konnten wir uns nicht weiter nähern.“ Nun gelte es nach vorne zu blicken und die neue Situation anzunehmen, so Helmut Graf.

Anton Jall, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftsbank Unterallgäu, betont: „Wir sind beide kerngesunde und erfolgreiche Banken, die in ihren Geschäftsgebieten gut aufgestellt sind. Wir haben die Chancen ausgelotet und gemeinsam entschieden, unsere individuellen Stärken zu nutzen, um eigenständig erfolgreich in die Zukunft zu gehen.“ Wirtschaftlich seien beide Banken sehr gut in der Lage, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Die Genobank mit Sitz in Mindelheim und Bad Wörishofen hat eine Bilanzsumme von 1,25 Milliarden Euro und beschäftigt 146 Mitarbeiter. Die Raiffeisenbank Schwaben Mitte hat ein Bilanzvolumen von 1,6 Milliarden und 200 Beschäftigte.

Beide Häuser sehen sich stark genug, um die Herausforderungen der näheren Zukunft allein zu meistern. Jall sagte aber auch, dass es möglich sei, dass die Gespräche in drei, vier Jahren wieder aufgenommen werden. Beide Häuser wollen weiterhin in nachbarschaftlicher Verbindung bleiben. Die Vorstandsmitglieder beider Banken betonen, dass sie alles dafür tun werden, um eine wettbewerbsfähige Genossenschaftsbank in der Region zu bleiben. Das Wichtigste seien die Menschen – insbesondere die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

                                                                        Quelle: Mindelheimer Zeitung / 16.10.2021